Tauchbericht Panglao, Philippinen

April 2007 

Bericht und Fotos von Claudia Vrijhof

Nicht überall in den Philippinen ist das genauso wie in Panglao, aber hier sind die Kleinen die ganz Grossen.

Wir verbrachten zwei tauchende Wochen auf dieser herrlichen Ferieninsel nahe Bohol. Panglao ist ein Paradies für Taucher. Speziell für Fotografen und natürlich für Makroliebhaber. Wer es nicht schon vorher ist, wird spätestens hier auf dieser Insel dazu konvertieren. Die herrlichsten Farben und Formen, Fülle und Artenreichtum an Korallen, Fischschwärmen und nicht zu vergessen an Schnecken, finden sich hier. Der obere Riffbereich von 5 bis 20 Meter bietet allein schon das schönste was Mutter Natur zu bieten hat. Natürlich sieht man auch hier Schwärme von Baracudas, Tornados und meterhohe Wände von Makrelen. Regelmässig kreuzen grosse Schildkröten gemächlich den Weg. Dennoch sind die Stars hier die unscheinbaren Kreaturen.

Tarnung steht hoch im Kurs. So taucht man hier immer aufmerksam nach neuen Überraschungen suchend. Das Taucherlebnis ist ruhig und genüsslich. Unsere Aufmerksamkeit wurde durch vielseitige Begegnungen belohnt.

Dem entgegen steht die imposante Farbenpracht vieler ganz anderer Meeresbewohner. Wir begegneten vielen Geisterpfeiffenfetzenfischen,

Frogfischen in diversen Farben und Grössen. Seeschlangen, Sepias, Flundern, Krokodilfische, Feuerfische, Clownfische, Leaffische und natürlich meine Lieblinge, die unzähligen bunten Schnecken

und Strudelwürmer, waren ebenfalls dankbare Sujets. Einer war schöner als der Andere! Ich war froh eine Chipkarte von 1 GB in meiner Kamera zu wissen.

Die Tauchplätze sind alle recht einfach zu betauchen und vor allem in nächster Nähe mit den schönen einheimischen Tauchbankas zu erreichen. Kaum ein Tauchplatz brauchte eine längere Anfahrtszeit als 20 Minuten. Die meisten Spots waren innert weniger als 10 Minuten erreicht. Trotz der kurzen Fahrtstrecken sahen wir mal Delfine vom Boot aus, mal einen Manta springen. Durch die kleinen Distanzen war oft möglich zwischen den Tauchgängen ein leckeres Mittagessen am heimischen Strand zu geniessen. Zu guter Letzt muss noch erwähnt sein, dass niemand Panglao wieder verlassen sollte, ohne das Erlebnis mindestens eines Nachttauchgangs hier gemacht zu haben. Nachts heraus zu fahren lässt einem eintauchen in eine Explosion von Leben, wie ich sie noch nirgendwo sonst auf der Welt gesehen habe. Wer’s sieht – der glaubt’s!

 

 



Tauchferien Rotes Meer 2006



Bericht und Fotos: Claudia Vrijhof

Der Tauchladen Dive-Ex aus Berikon organisierte zum ersten Mal eine Tauchsafari im südlichen Roten Meer in Ägypten. Vom Ausschiffungshafen Marsa Alam aus, welcher kaum 20 Minuten vom gleichnamigen Flughafen entfernt liegt, ging’s los.

Es schien ein Tauchgang wie viele andere zu werden, als sich die Wellen über uns schlossen. Doch dieser Tag war anders. Gleich nach dem Abstieg ins tiefe Blau konnten wir sehen, wie zwei riesige Haie unter uns ihre Kreise zogen. Wir beobachteten gespannt jeden ihrer Flossenschläge, während sie im Halbdunkel der Tiefe ihren geheimen Pfaden folgten.

Das tiefe Blau, die Geräusche unserer Atemgeräte, der regelmässige Sicherheitsblick zum Tauchpartner. Die submarine Szenerie war atemberaubend. Das Rote Meer hatte uns in seinem Bann.

Wir mussten uns losreissen, die Zeit des Aufstiegs war gekommen. Weiter oben wurden wir bereits von zwei Weisspitzen-Hochseehaien (Longhimanus) erwartet.

 

Auch sie zogen majestätisch ihre Runden an der Wasseroberfläche. Was für ein Thrill! Wir genossen ihre Gegenwart, diese seltene Gelegenheit auf offener See. Für eine knappe halbe Stunde konnten wir diese schönen, ehrfurchtsgebietenden Herrscher der Hochsee von allen Seiten und aus nächster Nähe betrachten. Immer kürzer wurden die Distanzen, die sie auf ihren Runden zu uns hielten. Das ging so weit, bis ein grosses Exemplar direkt auf mich zu schwamm und mich mit seiner Seitenflosse touchierte. Danach war es dann aber doch an der Zeit, langsam an den Aufstieg, bzw. Ausstieg aus dem Wasser zu denken.

In den kommenden Tagen suchten wir weitere Riffe auf. Wir wurden mit wunderbaren Begegnungen belohnt, wie zum Beispiel, dem Dugong (Seekuh). Dugongs sind weltweit stark vom Aussterben bedroht. An der gesamten ägyptischen Küste existieren nur noch 17 dieser urgemütlichen Tiere.

Nur wenige Tage zuvor, hatten wir Gelegenheit mitten in einer Schule von über 100 Delphinen zu schnorcheln. Noch während wir mitten auf dem offenen Meer diese riesige Delphinschule mit Schnorchel, Brille und Flossen begleiteten, näherte sich uns von unten plötzlich wieder ein grosser Weisspitzen-Hochseehai. Nachdem er uns von allen Seiten begutachtet hatte und mit seiner Schnauze meine Flossenspitze „beschnuppert“ hatte, verschwand er wieder im endlosen Blau so elegant und lautlos wie er aufgetaucht war. Was diese Woche uns alles an „Hai-lights“ zu bieten hatte, war unübertrefflich!

Dank der intakten Korallenwelt des Roten Meeres, der unglaublichen Fischfülle und der Explosion an Farben unter Wasser, ist dies nicht zu Unrecht ein weltweit renommierter Topspot für Taucher und Schnorchler. Der Kontrast zur kargen Wüstenlandschaft an der Küste und dem vielfältig, wimmelnden Leben unter Wasser könnte nicht grösser sein. Es ist als ob man abtauchen würde in eine andere Welt.

Auch die Nachttauchgänge waren von spektakulärer Schönheit! Wir begegneten jagenden Muränen, spanischen Tänzerinnen

 

zahlreichen Feuerfischen auf ihrer allnächtlichen Beutejagd und vielen anderen nachtaktiven Tieren. Nur im Schein der Lampen zu tauchen hat eben auch seinen besonderen Reiz!

Kaum zwei Wochen ist es her, dass wir von unserer Reise mit Dive-Ex zurück sind, aber die Erinnerung bleibt. Die Erinnerung an die wohl eindrücklichste Tauchreise, die wir je erlebt haben. Und wer weiss womit uns der Tourleiter, Pierre Jappert von Dive-Ex, auf der nächsten Reise überraschen wird ?